Wahlkompass zur Abgeordnetenhauswahl Berlin 2026

Deshalb hat Physio Deutschland – Regionalverband Nordost die Parteien um Stellungnahmen zu fünf zentralen Wahlprüfsteinen gebeten. Ziel ist es, unseren Mitgliedern eine Orientierung darüber zu geben, wie die Parteien zu wichtigen berufspolitischen Themen stehen.
Im Mittelpunkt standen die Entlastung bei Hausbesuchen, die Sicherung und Weiterentwicklung von Studienplätzen für Physiotherapie, die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, der Direktzugang zur Physiotherapie sowie die Einrichtung einer Physiotherapeutenkammer in Berlin.
Die eingegangenen Antworten wurden anhand ihrer inhaltlichen Aussagen bewertet und im Wahlkompass zusammengefasst. Die Bewertung orientiert sich ausschließlich an den schriftlichen Rückmeldungen der Parteien und stellt keine Wahlempfehlung dar.

Bei mehreren Themen zeigt sich eine große Übereinstimmung. Grüne, CDU, FDP und Die Linke sprechen sich für Erleichterungen bei Hausbesuchen und für eine Beschleunigung beziehungsweise Vereinfachung der Anerkennung ausländischer Physiotherapeut*innen aus. Auch die akademische Weiterentwicklung und der Erhalt beziehungsweise Ausbau von Studienangeboten werden von den vier Parteien unterstützt.
Unterschiede werden insbesondere beim Direktzugang und bei einer Physiotherapeutenkammer sichtbar. Während Grüne, FDP und Die Linke den Direktzugang grundsätzlich unterstützen, knüpft die CDU ihre Zustimmung an entsprechende Qualifikationen und eine schrittweise Weiterentwicklung.
Auch bei der Kammer gehen die Positionen auseinander. Die Grünen unterstützen grundsätzlich eine berufsständische Vertretung und schlagen eine vorherige Befragung der Berufsgruppe vor. Die CDU zeigt sich ebenfalls offen, wenn eine breite Akzeptanz innerhalb der Physiotherapie besteht. Die FDP lehnt dagegen eine verpflichtende Mitgliedschaft ab. Die Linke sieht eine Kammer kritisch, würde einer von einer breiten Mehrheit der Berufsgruppe getragenen Initiative jedoch nicht grundsätzlich entgegenstehen.
Bis zum Redaktionsschluss lagen uns von SPD und AfD keine Antworten vor. Sie konnten deshalb im Wahlkompass nicht inhaltlich bewertet werden.
Die vollständigen Antwortschreiben der einzelnen Parteien haben wir in einer PDF zum Nachlesen zusammengefasst, damit Interessierte sich selbst ein umfassendes Bild machen können.