Dagmar Schlaubitz im Interview: Bewegung statt starrer Haltungsregeln

„Heute wissen wir, dass es nicht die eine gute Haltung gibt“, erklärt Schlaubitz. In der physiotherapeutischen Praxis beobachtet sie häufig, dass Menschen mit Rückenbeschwerden Bewegungen aus Angst vor Schmerzen oder vermeintlichen Fehlhaltungen vermeiden. Dabei sei die Wirbelsäule dafür gemacht, bewegt und belastet zu werden.
Auch die Forschung unterstützt diesen Ansatz. Studien zeigen, dass weder ein gebeugter Rücken beim Heben noch unterschiedliche Sitzhaltungen grundsätzlich schädlich sind. Entscheidend sei vielmehr, den Körper vielseitig zu nutzen und Belastungen schrittweise aufzubauen. „Man muss den Menschen die Angst nehmen, sich nicht belasten zu dürfen“, betont Schlaubitz.
Besonders wichtig sei eine gut trainierte Rumpfmuskulatur. „Rumpf ist Trumpf“, fasst die Physiotherapeutin zusammen. Eine stabile Körpermitte unterstütze nicht nur die Wirbelsäule, sondern verbessere auch die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag. Menschen sollten in der Lage sein, in unterschiedlichen Positionen zu heben und sich flexibel zu bewegen – so, wie es Alltagssituationen erfordern.
Auch beim Sitzen empfiehlt Schlaubitz weniger starre Vorgaben als vielmehr regelmäßige Positionswechsel. Bewegungspausen und Abwechslung seien wichtiger als das dauerhafte Einhalten einer vermeintlich perfekten Sitzhaltung. Darüber hinaus spielen Faktoren wie Stress, Bewegungsmangel oder Übergewicht eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Rückenschmerzen.
Die zentrale Botschaft der Physiotherapeutin lautet daher: Mehr Bewegung statt mehr Angst. Wer körperlich aktiv bleibt, stärkt seinen Rücken nachhaltig und kann auch alltägliche Belastungen selbstbewusst bewältigen.
Das vollständige Interview mit der RHEINPFALZ könnt Ihr hier nachlesen: