Rückmeldung der SPD auf unsere Wahlprüfsteine zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026

1. Setzen Sie sich dafür ein, die vollständige Schulgeldfreiheit für die Ausbildung in der Physiotherapie in Baden-Württemberg dauerhaft sicherzustellen und dadurch den Beruf attraktiver sowie für alle zugänglicher zu machen?
Ja. In der Ausbildung in den Therapieberufen wollen wir von der SPD – wie in anderen Bundesländern – das Schulgeld abschaffen. Wir haben als SPD im Landtag schon mehrere Anträge dazu gestellt, die aber von der aktuellen Landtagsmehrheit abgelehnt worden sind.
2. Akademisierung: Möchten Sie den Ausbau und die Verstetigung der Physiotherapiestu-dienplätze vorantreiben? Falls ja, wie viele Studienplätze
möchten Sie aufbauen?
Wir wollen mehr Studienplätze auch in der Physiotherapie, weil
▪ die Anforderungen an die Therapieberufe steigen und sich im Rahmen einer Ausbildung nicht mehr zukunftsfest abbilden lassen,
▪ Therapeut:innen zunehmend Kenntnisse der Medizin besitzen müssen, um für ein effizi-entes Zusammenspiel von Pflege, Therapie und Medizin erfolgreich mit und an den zu Pflegenden und Patient:innen arbeiten zu können,
▪ das Studium u.a. die Bedingung ist, um die notwendige fachliche Augenhöhe zwischen Therapeut:innen und Ärzt:innen für das erfolgreiche Zusammenspiel herzustellen,
▪ z.B. die Interpretation wissenschaftlicher Daten eine akademische Kompetenz ist, die ein Studium erfordert
▪ es diese akademischen Abschlüsse in fast allen anderen Ländern bereits gibt und die aktu-elle Situation damit einen Wettbewerbsnachteil für Baden-Württemberg darstellt.
Wir streben zunächst eine Verdoppelung der heutigen Anzahl der Studienplätze an.
3. Wie stehen Sie zu einer vereinfachten Anerkennung für ausländische Physiothera-peut*innen, um damit Integration zu fördern und einen schnelleren Zugang in unseren Beruf zu ermöglichen?
Die Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen dauert bei Antragstellen-den aus Drittstaaten mitunter Jahre und führt zu hohen Kosten insbesondere für die Texte von vereidigten Übersetzer:innen. Aus Sicht der SPD ist das nicht mehr hinnehmbar. Wir haben einen Gesetzentwurf erstellt, in dessen Folge die Verfahren deutlich beschleu-nigt, die Zeugnisse auch in anderen Sprachen anerkannt und mehr Beratung stattfinden kann. In einer Regierungsbeteiligung im Land werden wir uns erneut für diese Verbesserungen einsetzen. Die von der grün-schwarzen Landesregierung jüngst umge-setzten Veränderungen sind zwar ein Schritt nach vorn, aber sie reichen bei weitem nicht aus und zeigen bisher auch in der Praxis kaum Wirkungen.
4. Setzen Sie sich für die Einführung bzw. Ausweitung des Direktzugangs zur Physiothera-pie ein, um eine schnellere und effektivere Patientenversorgung zu ermöglichen?
In der Ampel-Koalition im Bund hatten wir vereinbart, ein Modellprojekt zum Direktzu-gang für therapeutische Berufe auf den Weg zu bringen. Leider konnte dies wegen des Scheiterns der Koalition nicht mehr umgesetzt werden. Die SPD verfolgt das Thema auf Bundesebene weiter, in der Hoffnung auf diesem Pfad weiter voranzukommen.
5. Wie stehen Sie zu der Einrichtung einer Physiotherapeutenkammer in Baden-Württemberg?
Wenn die deutliche Mehrheit der Physiotherapeut:innen in Baden-Württemberg eine Phy-siotherapeutenkammer mit einer Pflichtmitgliedschaft und Pflicht-Beiträgen befürwortet, werden wir die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen.
Die Antworten der anderen Parteien im Detail: