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24.06.2019

GKV-HIS-Bericht 2018: Abgegebene Heilmittel bleiben in Baden-Württemberg weitgehend konstant

Von Zeit zu Zeit rufen in der Geschäftsstelle von PHYSIO-DEUTSCHLAND Baden-Württemberg Mitglieder an, die berichten, dass Ärzte weniger Heilmittel verordnen. Oder zum Beispiel nur noch Krankengymnastik statt Manueller Therapie und keine ergänzenden Heilmittel mehr. Die HIS-Berichte des GKV-Heilmittel-Informations-Systems (GKV-HIS) liefern konkrete Zahlen dazu, wie sich das Verordnungsverhalten in den einzelnen Bundesländern entwickelt.

 

Entwicklung der Verordnungen und abgegebenen Heilmittel im Jahr 2018

Im Mai hat der GKV-Spitzenverband im GKV-HIS-Bericht 2018 die Zahlen zur Ausgaben- und Verordnungsentwicklung im Heilmittelbereich für Januar bis Dezember 2018 veröffentlicht, basierend auf den Abrechnungsdaten aller gesetzlicher Krankenkassen. Unsere auf dem Report für Baden-Württemberg fußenden Berechnungen zeigen, dass die Anzahl der abgegebenen Heilmittel in der Physiotherapie – entgegen dem bundesweiten Trend – annähernd gleichgeblieben ist. So gab es im Vergleich zum Vorjahr sogar eine leichte Steigerung der Behandlungen um 1,30 Prozent (von 2016 auf 2017 hatte es jedoch einen Einbruch um -4,24 Prozent gegeben). Zwar ist die Anzahl der verordneten Rezepte auf fast dem gleichen Niveau geblieben (-0,17 Prozent weniger gegenüber 2017), jedoch sind die Behandlungseinheiten je Heilmittel von 6,8 auf 6,9 gestiegen, wodurch die etwas höhere Anzahl an Behandlungen zustande kommt. 

Zum Vergleich die berechneten Zahlen auf Bundesebene, die sich auf den GKV-HIS-Bundesbericht für 2018 stützen: Die Gesamtanzahl der Behandlungen und die der verordneten Rezepte nahmen von 2017 auf 2018 leicht ab, jeweils um -1,66 Prozent (von 2016 auf 2017 sanken die Zahlen jeweils um -0,61 Prozent).

 

Verordnungen aufgeschlüsselt nach einzelnen Techniken

Doch welche Veränderungen gab es hinsichtlich der einzelnen Heilmittelleistungen? Bezüglich der Anzahl der Behandlungseinheiten der umsatzstärksten Heilmittelleistungen ist in Baden-Württemberg im Schnitt für neun der zehn Heilmittel ein leichter Anstieg von 1,94 Prozent von 2017 auf 2018 zu beobachten. Nur die Behandlungseinheiten mit Warmpackungen sind um -10,25 Prozent gesunken, was kritisch anzumerken ist.

 

Vergütung für Verordnungen

Bezüglich der Umsätze hat sich von 2017 auf 2018 einiges getan: Die Bruttoumsätze je Verordnungsblatt sind in Baden-Württemberg um 11,16 Prozent gestiegen (von 2016 auf 2017 war es ein Anstieg um 3,70 Prozent). Durch diese bessere Vergütung – dank der Preisverhandlungen – und die oben beschriebenen höheren Verordnungszahlen haben die Gesamteinnahmen der Praxen in Baden-Württemberg zugenommen.  

 

Fachkräftemangel

Dem steigenden Bedarf an Physiotherapie und den damit einhergehenden höheren Verordnungszahlen steht jedoch der Fachkräftemangel gegenüber. So gehört Baden-Württemberg zu der Mehrzahl der deutschen Bundesländer, in denen laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit ein Fachkräftemangel in der Physiotherapie herrscht (Stand Dezember 2018). Die Landkarten mit den regionalen Engpässen können hier auf der Homepage der Statistik der Bundesagentur für Arbeit aufgerufen werden.   

 

Weitere Informationen und Beratung

Die HIS-Berichte  finden Sie hier auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbands. Informationen zur bundesweiten Verordnungssituation sind in der Netzmeldung „Verordnungssituation verändert sich – Zahlen, Fakten und Entwicklungen“ dargestellt. Sollten Sie Veränderungen im Verordnungsverhalten bemerken und hierzu Beratungsbedarf haben, so melden Sie sich gerne bei der Mitgliederberatung von PHYSIO-DEUTSCHLAND Baden-Württemberg (telefonisch unter 0711/925410 oder per E-Mail an info(at)bw.physio-deutschland.de).

Hinweis: Alle in diesem Text angegebenen Prozentzahlen sind eigene Berechnungen, die basierend auf den Zahlen der GKV-HIS-Berichte angefertigt worden sind.