Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung soll Fahrt aufnehmen

Bis zum 29. April 2026 will die Bundesgesundheitsministerin den Gesetzentwurf vom Kabinett verabschieden lassen und diesen anschließend in die parlamentarischen Beratungen einbringen. Ziel ist es, das Gesetz zur Stabilisierung der GKV-Finanzen noch vor der Sommerpause im Deutschen Bundestag zu verabschieden.
Noch ist unklar, welche der Vorschläge für den Heilmittelbereich im Gesetz Einzug halten sollen. Klar ist aber, dass alle Bereiche des Gesundheitssystems betroffen sein werden. Besonders kritisch sieht Physio Deutschland die Einschätzung der FinanzKommission Gesundheit, wonach Kürzungen im Heilmittelbereich keine negativen Auswirkungen auf die Versorgung hätten. „Das sehen wir ganz anders. Aus meiner Sicht werden die Auswirkungen massiv sein und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: die Sparpläne der FinanzKommission erfolgten ohne Rücksicht auf die Patient*innenversorgung. Es drohen durchaus drastische Verschlechterungen bei einer Umsetzung der Vorschläge für den Heilmittelbereich“, betont Andrea Rädlein.
„Als Physio Deutschland werden wir gemeinsam mit den anderen Verbänden im Spitzenverband der Heilmittelverbände alles daransetzen, den Auswirkungen im Heilmittelbereich entgegenzutreten“, erklärt Andrea Rädlein, Vorsitzende von Physio Deutschland. Hintergrund ist: Die Ausgabenentwicklung im Bereich der Physiotherapie spiegelt in den vergangenen Jahren notwendige und gezielte Maßnahmen wider, um Praxen wirtschaftlich zu stabilisieren, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten sowie die therapeutische Versorgung der Patientinnen und Patienten dauerhaft sicherzustellen.
„Angesichts des bereits heute massiven Fachkräftemangels in der Physiotherapie würden die diskutierten Sparvorschläge die Versorgungssituation weiter massiv verschärfen.“ Zur Verdeutlichung nennt Andrea Rädlein zwei konkrete Beispiele:
„Hausbesuche würden nochmals unwirtschaftlicher. Bereits die massiv gestiegenen Spritkosten haben die Unwirtschaftlichkeit verschärft. Gleichzeitig würde sich durch die Kürzungen die Gehaltsschere zwischen Physiotherapeut*innen im ambulanten Bereich und Kolleg*innen im Öffentlichen Dienst erneut deutlich öffnen.“ Beides schwäche die ambulante physiotherapeutische Versorgung der Menschen erheblich und könne daher weder im Interesse der Bundesregierung noch im Interesse der Gesetzlichen Krankenversicherung liegen.
Die GKV-Finanzreform und die Auswirkungen für unsere Kolleginnen und Kollegen in den Physiotherapiepraxen ist das zentrale Thema der am kommenden Wochenende stattfindenden Bundesdelegiertenkonferenz von Physio Deutschland.
Welche Sparvorschläge für den Heilmittelbereich die FinanzKommission Gesundheit der Ministerien am vorgelegt hat, finden Interessierte hier in unserer Meldung vom 30. März.