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20.05.2026 – Bundesverband

Physio Deutschland beim 130. Deutschen Ärztetag in Hannover vertreten

Physio Deutschland war beim 130. Deutschen Ärztetag in Hannover präsent: Generalsekretärin Dr. Minettchen Herchenröder nahm an der Eröffnungsveranstaltung teil und nutzte die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung mit zentralen Akteuren des Gesundheitswesens.
Unsere Generalsekretärin Dr. Minettchen Herchenröder (rechts) mit der Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein Dr. Bettina Schulz

Im Mittelpunkt der Eröffnung stand die Rede des Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, der die aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen deutlich benannte. Er kritisierte insbesondere das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das aus seiner Sicht primär auf Einsparungen abzielt und die Belastungen einseitig auf Versicherte sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen verlagert. Zugleich forderte er eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes bei versicherungsfremden Leistungen. Physio Deutschland unterstützt diese Kritik zu 100 Prozent und wird dies gemeinsam mit den Verbänden des Spitzenverbandes der Heilmittelverbände (SHV) in den kommenden Wochen aktiv in die Beratungen zum Gesetz im Deutschen Bundestag sowie in im Gesundheitsausschuss einbringen.

Ein zentrales Anliegen seiner Rede war außerdem, vor einer weiteren Überlastung der Beschäftigten zu warnen. Strukturelle Defizite dürften nicht durch Mehrarbeit kompensiert werden. Stattdessen plädierte er für nachhaltige Reformen, mehr Transparenz in der Finanzierung und eine konsequente Orientierung am tatsächlichen Versorgungsbedarf. „Auch als Physio Deutschland sehen wir durch den Gesetzentwurf zur Beitragssatzstabilisierung klarer Tendenzen, die den Mangel an Fachkräfte besonders auch in der Physiotherapie weiter verschärfen werden“, betont Dr. Minettchen Herchenröder für Physio Deutschland.

Inhaltlich rückte Dr. Klaus Reinhardt zudem grundlegende Prinzipien wie Solidarität, Subsidiarität und Eigenverantwortung in den Fokus. Für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem seien weniger Bürokratie, eine gestärkte Selbstverwaltung sowie eine effizientere, patientenorientierte Versorgung entscheidend. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung von Prävention und Gesundheitskompetenz.

Auch strukturelle Reformthemen wie die Primärversorgung, die Notfallversorgung und die Krankenhausreform standen im Mittelpunkt. Dr. Klaus Reinhardt forderte klare Steuerungsstrukturen sowie eine bessere Koordination innerhalb des Systems und warnte vor zusätzlichen, unkoordinierten Versorgungsebenen – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigte in ihrer Rede hingegen die geplanten Reformen und Sparmaßnahmen, ohne dabei inhaltlich auf die Kritik der Ärzteschaft einzugehen.

„Der kontinuierliche Austausch und auch die Präsenz auf dem Deutschen Ärztetag fördern unseren Dialog mit der Ärzteschaft und mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen“, erklärt Dr. Minettchen Herchenröder.