Login Mitglieder
A- A A+ Startseite Patienten‌ & Interessierte Fachkreise
01.06.2022

Reminder – Fristen und Hygienepauschale

In den letzten Wochen und Monaten hatten die gesetzlichen Krankenkassen und Berufsgenossenschaften die Fristenregelungen aufgrund der Pandemie-Situation wiederholt angepasst. In diesem Überblick erfahren Sie, was aktuell gilt (Stand 01.06.2022).

 

Gesetzliche Kassen

  • Beginnfrist: Die Behandlungsfrist liegt laut Heilmittel-Richtlinie bei 28 Tagen. Eine Verlängerung dieser Frist ist nicht vorgesehen.

  • Entlassmanagement: Die in § 16a der Heilmittelrichtlinie vorgegebene 7-Kalendertage-Beginnfrist gilt, die Behandlung muss also spätestens innerhalb von 7 Tagen nach der Entlassung aufgenommen werden. Die 12-Kalendertage-Frist für die letzte Behandlung bleibt bis auf Weiteres auf eine 21-Kalendertage-Frist erweitert. Hierbei ist der Entlasstag nicht mitzurechnen. Krankenhausärzt*innen können pandemiebedingt für bis zu 14 Tage Heilmittel verordnen. Nach Mitteilung des G-BA sind die aktuellen Sonderregelungen zum Entlassmanagement gemäß § 2a Abs. 2 der Heilmittelrichtlinie an die Gültigkeit der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung geknüpft. Durch die Verlängerung der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung gelten die Sonderregelungen zum Entlassmanagement bis zum 24.11.2022 weiter. (siehe auch hier: Befristete Sonderregelungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie, Internetseite G-BA)

  • Hygienepauschale: Die Abrechnung der Hygienepauschale ist pandemiebedingt bei den gesetzlichen Kassen mit 1,50€ pro Verordnung bis zum 30.06.2022 möglich (Positionsnummer 29944). Dies regelt Artikel 20b "Änderung der Hygienepauschalverordnung" der heute im Deutschen Bundestag beschlossenen Änderungen im Infektionsschutzgesetz. Grundsätzlich gilt: Für die Abrechnung der Position ist der Tag der letzten Behandlung innerhalb einer Verordnung im Rahmen der Rechnungsstellung anzugeben. Zuzahlungen werden für diese Position nicht erhoben. (Weitere Infos)

 

Berufsgenossenschaft (DGUV), Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) 

  • Beginnfrist: Für die Berufsgenossenschaften ist bei Verordnungen die Beginnfrist pandemiebedingt auf 14 Tage verlängert (siehe hier). Die Sonderregelungen gelten pandemiebedingt bis zum 30.06.2022 fort.

  • Unterbrechungsfrist: Für Akutpatienten im Bereich der DGUV sind pandemiebedingt Unterbrechungen von 14 Kalendertagen zulässig. Bei Langzeitbehandlungen mit entsprechend vorliegender vom Kostenträger genehmigter Dauerverordnung kann die Behandlung bis zu 28 Kalendertage unterbrochen werden (aktuell bis zum 30.06.2022 gültig).

  • Hygienepauschale: Auch bei den Berufsgenossenschaften kann pandemiebedingt die Hygienepauschale mit 1,50€ pro Verordnung abgerechnet werden (Positionsnummer 29944). Die Verlängerung gilt bis zum 30.06.2022. Maßgeblich für die Abrechnung des Hygieneaufschlags im vorgenannten Zeitraum ist weiterhin das Datum des vollständigen Rechnungseingangs bei den UV-Trägern.

 

PKV Erstattung der Hygienepauschale

  • Die Erstattung der Hygienepauschale in der PKV wurde über den 31.03.2022 hinaus nicht verlängert. Jedoch können Physiotherapiepraxen Privatpatient*innen weiterhin frei verhandelbare Kosten für Hygieneaufwendungen in Rechnung stellen, insofern sie dies in der vom Patienten bzw. dessen Erziehungsberechtigten unterzeichneten Honorarvereinbarung aufgenommen haben.

 

Beihilfe Erstattung Hygienepauschale

  • Aufwendungen für Hygienemaßnahmen von Heilmittelerbringer*innen im Rahmen der COVID-19-Pandemie können in Höhe von 1,50 Euro pro Anwendung bis zum 30.06.2022 als beihilfefähig anerkannt werden. (Weitere Infos)

 

Ausführliche Erläuterungen zu den Übergangsregelungen finden Sie hier:

Für Fragen steht die Geschäftsstelle gerne telefonisch (0711 92541-0) oder per E-Mail (info(at)bw.physio-deutschland.de) zur Verfügung.