Login Mitglieder
A- A A+ Startseite Patienten‌ & Interessierte Fachkreise
27.03.2019

Nachträgliche Eintragung des spätesten Behandlungsbeginns auf Rezepten - bei Ersatzkassen und LKK Begründung nicht vergessen

Wegen des Fachkräftemangels können viele Physiotherapeuten die Behandlung nicht in der geforderten Frist von 14 Kalendertagen beginnen. Häufig müssen sie nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt einen spätesten Behandlungsbeginn auf das Rezept eintragen, damit es gültig bleibt. Praxisinhaber, die diese Möglichkeit nutzen, sollten jedoch beachten, dass die Ersatzkassen und die LKK eine Begründung auf dem Rezept fordern.

Wo ist das in den Rahmenverträgen der Ersatzkassen und der LKK geregelt?

In § 6, Absatz 4 der Rahmenverträge der Ersatzkassen und der LKK steht, dass für den Beginn der Behandlung die Verordnung des Vertragsarztes maßgeblich ist (spätester Behandlungsbeginn). Fehlt diese Angabe, muss die Behandlung spätestens 14 Tage nach Ausstellung der Verordnung begonnen werden. Kann die Heilmittelbehandlung in diesem Zeitraum nicht aufgenommen werden, verliert die Verordnung ihre Gültigkeit. Dies ist nicht der Fall, wenn im begründeten Ausnahmefall zwischen Vertragsarzt und Heilmittelerbringer eine abweichende Regelung getroffen wurde, die das Erreichen des angestrebten Therapieziels weiterhin sichert. Die einvernehmliche Änderung ist vom Heilmittelerbringer auf dem Verordnungsblatt zu begründen, mit Datum und Handzeichen zu versehen und zu dokumentieren.

Wo muss die Begründung stehen?

Nach § 6, Absatz 4 erfolgt die Begründung unten links auf der Rückseite der Verordnung.

Wie ist die nachträgliche Eintragung des spätesten Behandlungsbeginns auf Rezepten bei den Primärkassen geregelt?

In den Rahmenverträgen der AOK Baden-Württemberg und der BKK/IKK/Knappschaft sind Rezeptänderungen in § 4, Absatz 2 geregelt. Darin steht, dass alle Änderungen außer Heilmittel, Anzahl der Behandlungen und Diagnose auch durch den Leistungserbringer nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt vorgenommen werden können. Die vom Vertragsarzt genehmigte Änderung der Verordnung ist mit Handzeichen des Leistungserbringers auf dem Verordnungsblatt zu vermerken. Dass die einvernehmliche Änderung begründet werden muss, steht in den Rahmenverträgen der Primärkassen nicht.

Service von PHYSIO-DEUTSCHLAND Baden-Württemberg

Die Rahmenverträge der gesetzlichen Krankenkassen stehen Mitgliedern von PHYSIO-DEUTSCHLAND Baden-Württemberg zum Download zur Verfügung: